Andy Geiss Mediengestaltung

Grafikdesign • Layoutgestaltung • Filmschnitt • Postproduktion

Auge als Illustration erstellen

Ziel ist es, ein Auge mit dem Adobe Illustrator CC™ zu konstruieren. Dazu erstelle ich zwei Ebenen, eine für die Iris und eine für die Outlines.

Ebene Iris: Das Ausgangsobjekt ist ein einfacher Kreis in der gewünschten Augenfarbe (Farbzuweisung auf die Fläche, ohne Kontur). Damit sich die Farben nachträglich unproblematisch ändern lassen, empfehlen sich globale Farbfelder (Menü Fenster → Farbfelder → Neues Farbfeld → Häkchen bei Global). Nachträgliche Änderungen globaler Farbfelder wirken sich direkt auf sämtliche Elemente aus, denen die betreffenden Farbfelder zugewiesen wurden (Abbildung 1).

Die Iris soll zur Mitte hin heller werden. Dazu eignet sich das Angleichen-Werkzeug auf einen Kreis in der Größe der Pupille. Dieser lässt sich als Kopie aus dem vorhandenen Kreis erstellen und auf die gewünschte Pupillengröße verkleinern, ohne dass die Position verändert wird. Kopiert man ein Element in die Zwischenablage, lässt sich dieses im Illustrator davor (Strg-F) oder dahinter (Strg-B) einfügen. Die Pupille ist davor (darüber) einzufügen (Abbildung 2).

Nun kommt das Angleichen-Werkzeug zum Einsatz. Zum Festlegen der Angleichung-Optionen einen Doppelklick auf das Angleichen-Werkzeug-Symbol machen und den Abstand auf "Farbe glätten" setzen, was für ein stufenloses Angleichen sorgt. Zum Erstellen der Angleichung zuerst (Stern-Cursor) auf die Kante des äußeren Kreises klicken, danach (Plus-Cursor) auf die Kante des inneren Kreises klicken. Dadurch entsteht eine Angleichen-Gruppe (Abbildung 3).

Die eigentliche Pupille lässt sich nun abermals als Kopie erstellen. Dazu ist in den Ebenen der obere Kreis der Angleichen-Gruppe mit der Alt-Taste nach oberhalb und außerhalb der Angleichen-Gruppe per Drag and Drop zu kopieren bzw. nach oben zu ziehen. Größe und Position bleiben gleich, nur die Farbe bzw. das betreffende Farbfeld für die Pupille muss noch zugewiesen werden (Abbildung 4).

Die Reflexion bildet ein mit dem Ellipse-Werkzeug erstelltes Element mit reduzierter Deckkraft (Transparenz) und Gaußschem Weichzeichner (Effekt → Weichzeichnungs-filter → Gaußscher Weichzeichner – Abbildung 5).

Ebene Outlines: Der obere Teil des Augenlids ist eine Bézierkurve mit zwei Ankerpunkten. Das Breitenwerkzeug sorgt dafür, dass die Kontur eine dynamische Stärke erhält und die Enden spitz zulaufen. Sollte das Breitenwerkzeug nicht funktionieren, liegt das möglicherweise daran, dass dem Element ein Grafikstil zugewiesen ist. Durch das Zurücksetzen auf den Standard-Grafikstil lässt sich das Problem beheben. Anders als bei den Iriskreisen muss die Farbzuweisung hier nicht auf die Fläche, sondern auf die Kontur erfolgen (ohne Fläche). Analog dazu lässt sich die Wimper mit drei Ankerpunkten als S-Kurve erstellen (Abbildung 6).

Das untere Augenlid ist eine geschwungene Kurve, die sich frei Hand oder als Bézierkurve zeichnen lässt. Bei der nachträglichen Optimierung ist es vorteilhaft, wenn das Element möglichst wenige Ankerpunkte hat. Diese lassen sich mit der Vereinfachen-Funktion (Objekt → Pfad → Vereinfachen) reduzieren (Abbildung 7).

Das fertige Auge lässt sich nun auch mit Photoshop weiterverarbeiten. Wahlweise kann man dazu die AI-Datei mit dem Illustrator in eine PSD-Datei exportieren (Datei → Exportieren) oder andersrum im Photoshop die AI-Datei platzieren (Datei → Platzieren – Abbildung 8).

Erstveröffentlichung am 25. Oktober 2014 von Andreas Geiß